• Sven Sebastian

Spice up your Christmas! - Für mehr Wir-Gefühl und Oxytocin

Aktualisiert: 13. Mai

In unserer neuen Folge "Spice up your Happiness" wollen wir dir diesmal 3 schnelle und raffinierte Rezepte für ein besinnliches Beisammensein während der Festtage oder zwischen den Jahren vorstellen.

Der Clou diesmal: Für die gemeinsame Vorbereitung, das Kochen und zusammen Essen brauchst du dich nicht direkt treffen. Das Ganze funktioniert auch sehr gut online.


Falls ihr also während der diesjährigen Weihnachtszeit gegenseitig lieber auf Abstand gehen wollt, freiwillig oder gezwungenermaßen, mit unserer Idee Spice Up Your Christmas – Mit allen Sinnen auf Abstand genießen! bleibt ihr emotional auf keinen Fall einsam und allein!

  1. Video

  2. Rezepte

  3. Das über alles stehende Wir-Gefühl

  4. Weihnachten – Die beste Zeit, um Oxytocin, das Bindungshormon auszuschütten




Rezepte


Jan's Weihnachtspunsch mit Weißwein

375 ml trockener Weißwein

375 ml Orangensaft

2 Sternanis

1 Zimtstange

frisch aufgebrühten schwarzen Tee (ca. 2 Tassen)

1 Mandarine

2 EL gestiftete Mandeln

2 EL Rosinen

Honig


Erwärme den Weißwein zusammen mit dem Orangensaft in einem Topf (Achtung: es darf niemals kochen.).

Füge dann die Mandeln, die Rosinen, den Sternanis, die Zimtstange und die in Scheiben geschnittene Mandarine hinzu und lass alles 10 Minuten ziehen (wenn du mehr Zeit hast, kannst du den Punsch auch vom Herd nehmen und eine Stunde durchziehen lassen, bevor du ihn wieder erwärmst).

Nun nur noch die zwei Tassen schwarzen Tee und Honig nach Geschmack hinzufügen, 5 Minuten ziehen lassen, umrühren: fertig!


Heiße Schokolade mit Chili

500ml Milch

2 EL Kakao

1/4 TL Lebkuchengewürz

1 TL Chili

2 EL Zucker

1-2 EL Schkoladencreme


Die Milch erwärmen. Währenddessen Kakao Lebkuchengewürz, Chili und Zucker in einer kleinen Schüssel mischen. Mit einem Schneebesen in die warme Milch einrühren.

Zwei Esslöffel Schokoladencreme (Frühstücksaufstrich) hinzufügen, rühren bis alles geschmolzen ist und servieren.


Lebkuchen-Tiramisu für 6 Personen

250 g Magerquark

200 g Mascarpone

Zwei Prisen Lebkuchengewürz

Eine kleine Schüssel voll z.B. Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine (alles, was du gerade übrig da hast)

200 ml Kirschsaft

Deko, z.B. gebrannte Mandeln, Kekse etc.


Mascarpone und Magerquark in einer Schüssel cremig rühren. Lebkuchengewürz hinzufügen und verrühren. Beiseite stellen.

In einer anderen Schüssel z.B. Lebkuchen, Dominosteine, Spekulatius etc. zerkrümeln.

Nun in Dessertgläser zuerst eine Schicht Lebkuchen/Spekulatius/Dominostein-Mischung geben. Einen Schluck Kirschsaft einfüllen.

Als nächstes eine Schicht Mascarponecreme einfüllen.

Nach Geschmack mit z.B. gebrannten Mandeln, Keksen oder Nüssen dekorieren.



Das über alles stehende Wir-Gefühl!

Weihnachten ist, traditionell gesehen, die Zeit der Familie, des Zusammenseins, der Freunde und der Besinnung. Neurowissenschaftler würden auch sagen: Weihnachten bietet uns allen die Möglichkeit, wenigstens einmal im Jahr gemeinsam so richtig das Bindungs- und Zugehörigkeitshormon Oxytocin auszuschütten. Und damit das über alles stehende Wir-Gefühl auszubilden und zu genießen.

Wenn wir zusammen an einem festlich gedeckten Tisch sitzen, uns gegenseitig vertraut in die Augen schauen, uns über Dies und Das unterhalten, es uns vor allem auch schmecken lassen, genau in diesen Momenten fühlen wir uns sozial eingebunden, sicher, wohl und verstanden.

Und dieses Gefühl, zu einer Gruppe von Menschen zu gehören, ist laut aktueller Studien aus den sozialen Neurowissenschaften einer der entscheidendsten Faktoren für unsere Gesundheit und für unser Wohlbefinden.

Wenn wir uns zugehörig fühlen, hat das positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und reduziert Stress.


Die Psychologin Catherine Haslam fand außerdem heraus, dass unsere soziale Einbindung sogar Einfluss auf unsere kognitiven Fähigkeiten, wie zum Beispiel unsere Gedächtnisleistung, nimmt. Insbesondere bei Menschen im Rentenalter macht es einen großen Unterschied, ob sie außerhalb ihrer Partnerschaft noch in andere Gruppen und Freundschaften eingebunden sind.


In einer Meta-Studie der Psychologin Julianne Holt-Lunstad kam man sogar zu dem Ergebnis, dass soziale Verbindungen Einfluss auf das Sterberisiko nehmen, stärker noch als eine gesunde Ernährung oder Bewegung.


Was macht eine soziale Gruppe aus?

Eine Gruppe senkt den Stresslevel allerdings nur dann, wenn man sich ihr auch zugehörig fühlt.

Diese Tipps können dir (nicht nur) in der Weihnachtszeit helfen:


1. Wer zu einer Gruppe zählen will, muss Teile seiner personalen Identität aufgeben. Damit haben natürlich so manche Zeitgenossen ihre Probleme.


2. Bevor du dich einer Gruppe zugesellst, beruhige dein Nervenkostüm! Die Anwesenheit anderer Personen beruhigt unser Cortisol-Stress-System nur dann, wenn eine gemeinsame soziale Identität hervorgerufen wird. Wenn ich mit mir selbst unzufrieden bin, also mit meinem Ich selbst Stress habe, oder ich mir immer wieder aufgrund meines Verhaltens, Denkens und Bewertens selbst Stress mache, dann hilft auch keine Anwesenheit anderer Menschen, um mein Stresslevel zu reduzieren oder abzufedern. Das bedeutet: Bevor du dich Online in das diesjährige Weihnachtsessen einschaltest, beruhige erst einmal dein Selbst, fahre dein Stress-System nach unten. Ich empfehle dazu immer die One Minute Break und den Gedanken-Stopper.


3. Soziale Identität kann immer durch Ähnlichkeit erzeugt werden. Also lohnt es sich, zu diesem Weihnachtsfeste einfach mal etwas Ähnliches oder Gleiches anzuziehen. Und eben auch das Gleiche zusammen zu kochen.


4. Um die soziale Identität aufrechtzuerhalten, braucht es eine gute Kommunikation! Verbale Kommunikation ist eine wesentliche instrumentelle oder psychoemotionale Unterstützung. Es kommt immer darauf an, wie unser Gehirn unbewusst „andere“ Personen kategorisiert. Es macht einen Unterschied, ob wir einen Teil der Familie als „die anderen“ bezeichnen, oder ob wir eher die Formulierung „wir alle“ benutzen. Das gleiche gilt bei „sie“ oder „uns“. „die anderen“ und „sie“ ist mit der Wahrnehmung verbunden, dass sie bedrohlich, unzuverlässig und nicht vertrauenswürdig sind. „Wir alle“ und „uns“ erzeugt Vertrauen, ein Gemeinschaftsgefühl und Sicherheit.


5. Sitzordnung ist wichtig. Personen, die einen großen Streit zum Weihnachtsfest erwarten, ziehen es vor, sich die Wartezeit mit anderen Personen zu „versüßen“, die ebenfalls einen Streit erwarten. Das Unglück liebt eben unglückliche Menschen. Daher gilt die Regel: Setze niemals Nörgler, Jammerer, Pessimisten nebeneinander!


6. Es reicht nicht aus, sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen. Sondern man muss sich mit einer Gemeinschaft auch identifizieren können. Nur so wird die Gesundheit gestärkt. Wer sich wirklich und wahrhaftig in einer Gruppe sozial integriert fühlt, so zeigen es mittlerweile über Hunderte von Studien, lebt gesünder, weist eine höhere Lebenszufriedenheit auf, kann besser mit Stress umgehen und gerät seltener in ein Burnout.


Weihnachten – Die beste Zeit, um Oxytocin, das Bindungshormon auszuschütten

Oxytocin - auch bekannt als "Kuschelhormon" - ist Hormon und Neurotransmitter zugleich! Bestehend aus neun Aminosäuren, wird es von der Hirnanhangdrüse ins Blut abgegeben. Das Besondere ist: Oxytocin zirkuliert nicht nur in unserem Blut, sondern erreicht auch unser Gehirn und steuert dort wesentliche Aktivitäten, die mit unserem Wohlbefinden und dem Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit zu tun haben. Ohne Oxytocin ist keine wertschätzende Verbindung zwischen Menschen auf Augenhöhe, geprägt von Respekt und Anstand, möglich.

Die physiologische Wirkung von Oxytocin lässt sich auch vereinfacht wie folgt beschreiben:

  1. Es bringt uns zusammen → Wir fühlen uns sicher.

  2. Es kann Stress reduzieren → Wir sind entspannt.

  3. Es kann das Belohnungssystem aktivieren → Wir haben ein gutes Gefühl.

  4. Es kann zu einem vertrauten Umgang mit den Mitmenschen führen → Wir leben ein besseres Miteinander.

Zum einen wirkt Oxytocin anregend auf dich und macht dich in herausfordernden Situation wach und leistungsfähig. Zum anderen reguliert es über die Stressachse Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinde (HHN-Achse) den Blutdruck und den Konzentrationsverlauf des Stresshormons Cortisol.


Eine Studie der University of Uppsala in Schweden hat sich mit der Verhältnis von dem Kuschelhormon Oxytocin und Stress beschäftigt und konnte herausfinden, dass der Neurotransmitter mildernd auf die so genannte HHN-Achse im Gehirn wirkt, an deren Ende die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol steht.


Auf physiologischer Ebene sorgt Oxytocin also dafür, dass Stress, bzw. die Folgen von Stress reduziert werden können und du dich entspannter fühlst. Aber auch im Gehirn hat der Neurotransmitter eine zentrale Funktion und verbessert, wenn er ausreichend vorhanden ist, dein Wohlbefinden.


Mit Oxytocin wirst du allgemein empfänglicher für zwischenmenschliche Signale. Dein Vertrauen in andere Menschen wird gestärkt. Je mehr du wiederum deinen Mitmenschen vertraust, desto selbstbewusster wirst du in deinem eigenen Handeln. Und offener und gelassener innerhalb zwischenmenschlicher Interaktionen.


Indem Oxytocin die Ausschüttung von Cortisol verringert, reduziert es Stress und aktiviert das Belohnungssystem. Du gehst entspannter mit deinen Mitmenschen um. Oxytocin verbessert also diese Weise ganz einfach das gesamte Miteinander.

Die Frage ist nun, wie kommen wir an den „Stoff“ ran? Um es kurz zu machen: Wir müssen dafür aktiv etwas tun. Es gibt keine Medikamente, Tropfen oder Sprays dafür. Denn unser Gehirn schüttet immer nur dann Oxytocin aus, wenn es zwischen uns zu sozialen Bindungen und Berührungen, bis hin zum Sex, kommt. Es gibt noch kein ausreichend wirkungsvolles Supplement, was wir einnehmen könnten, um unsere Oxytocin Konzentration in unserem Körper und Gehirn zu erhöhen.


Auch wenn wir das Glücks- und Bindungshormon Oxytocin nicht in irgendeiner anderen Form zu uns nehmen können, gibt es Möglichkeiten, unseren Körper und Geist etwas Gutes zu tun. So sorgst du zum Beispiel durch Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung dafür, dass dein Körper mehr Glückshormone produziert.

Lauscht man beispielsweise seiner Lieblingsmusik, kann das ebenso zur Ausschüttung von Glücks- und Bindungshormonen wie Serotonin, Dopamin oder Oxytocin führen. Auch gute Gespräche und das Kochen selbst sind dazu in der Lage.


5 Tipps, wie du über Weihnachten dein Oxytocin Level erhöhen kannst:

  1. Die Sinne aktivieren durch gutes Essen und angenehme Musik.

  2. Anderen eine Freude machen, z.B. mit einem Geschenk.

  3. Kuscheln, umarmen & Sex.

  4. Mit anderen wertschätzend umgehen und zuhören.

  5. Dinge tun, die dir selbst gut tun und dich entspannen.


Kurzgefasst:

Oxytocin ist ein Hormon, das sich positiv auf dein Wohlbefinden auswirkt. Es wird vor allem bei menschlicher Nähe gebildet und ist aktuell noch nicht in einer synthetischen Form verfügbar, die dein Körper effektiv nutzen kann. Du kannst deinen Oxytocin-Spiegel aber ganz einfach durch ein gemeinsames Essen mit viel sozialer Bindung und Identität, angenehmen Kuscheln mit deinem Partner und sogar beim gemeinsamen Singen und Wiegen zu Weihnachtsliedern spürbar erhöhen. Auch wenn wir dieses Jahr nicht alle zusammenkommen können, nutze die Möglichkeiten der digitalen Welt und treffe dich mit Wohlgesinnten direkt über die sozialen Netzwerke! Kocht etwas zusammen, genießt die Zeit über Raum, Zeit und Grenzen hinweg. Denke immer daran: Die stärkste Berührung erfahren wir Menschen durch unsere Augen! Wenn ein liebevoller Blick deiner Lieben auf dir ruht, real oder auch digital, dann wirst du es spüren, das Oxytocin in deinem Körper, Leib und Seele.


Bezaubert euch also mit allen Sinnen, die ihr habt! Die Weihnachtszeit ist dafür genau die richtige Zeit.